Rauchgasvergiftung

Die Kohlenmonoxid- oder Rauchgasvergiftung ist ein medizinischer Notfall der notfallmäßig auch mit hyperbarem Sauerstoff behandelt werden muss.

Kohlenmonoxid ist ein farb-, geschmacks- und geruchsloses Gas. Es verursacht keine Schmerzen. Beginnende Rauchgasvergiftungen werden von Betroffenen deshalb sehr oft nicht bemerkt. Häufige Quellen sind Haus- oder Wohnungsbrände, aber auch Holzkohlengrill im geschlossenen Raum und Shisha Rauchen.

Durch die sehr hohe Bindungskraft des Kohlenmonoxids an den roten Blutfarbstoff und an Muskeln (Herzmuskel!) vermindert sich die Sauerstofftransportkapazität im Blut. Durch die verringerte Sauerstoffabgabe im Gewebe sowie durch die Blockierung vom intrazellulärem Sauerstofftransport entstehen Schäden an Muskeln, Herz und Gehirn. Immer wieder täuscht eine im Verlauf der ersten Woche auftretende Besserung über noch weiter ablaufende Prozesse im Nervensystem hinweg. So können auch noch nach Wochen und Monaten erhebliche Schäden eintreten.

Die hyperbare Sauerstofftherapie ist die bestmögliche kausale Behandlung für CO-Vergiftungen und wird international eingesetzt. Sie bewirkt eine rasche Entgiftung und verringert Spätkomplikationen. Ihre Wirksamkeit ist in den physikalischen Gasgesetzen begründet. Behandelt werden sollten solche Patienten bei denen nachgewiesen ist, dass sie erstens Kohlenmonoxid ausgesetzt waren und zweitens bei denen klinische Erscheinungen aufgetreten sind. Der Wert des COHbs im Blut ist nicht bedeutsam für die Indikationsstellung.