HBO-Therapie beim diabetischen Fußsyndrom

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Was ist das diabetische Fußsyndrom? Viele Diabetiker erleiden im Bereich des Fußes Erkrankungsfolgen durch gefäßbedingte Minderdurchblutung, wie z.B. den Verlust der Schmerzempfindung. Ein chronisch erhöhter Blutzuckerwert führt auf Dauer zum Verschluss der kleinsten und im weiteren Verlauf der größeren Blutgefäße. Kleine Verletzungen oder Druckgeschwüre können schlecht oder nicht mehr heilen und entwickeln sich oftmals zu einer chronischen Wunde. Amputationen am Fuß oder Bein sind meist die Folge dieser chronischen Wunden.

Was macht der Arzt beim diabetischen Fußsyndrom? Zunächst wird die Wunde durch einen Facharzt oder ein Wundzentrum behandelt. Bei Voranschreiten der Entzündung des Wundbereiches werden unter Umständen Antibiotika eingesetzt und bereits abgestorbenes Gewebe wird eventuell chirurgisch entfernt. Spezielle Wundverbände unterstützen den Heilungsprozess. Die Basisversorgung muss durch professionelle Fußpflege, orthopädische druckentlastende Maßnahmen sowie ggf. durch Gefäßchirurgen erfolgen.

Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wenn Ihre Beschwerden länger als 30 Tage andauern, spricht man von einer chronischen Wunde, die in geeigneten Fällen mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO-Therapie) ambulant behandelt werden kann.

Wann kann die hyperbare Sauerstofftherapie eingesetzt werden? Vor der HBO-Therapie klärt eine Sauerstoffpartialdruckmessung, ob nach Sauerstoffzufuhr ein ausreichender Sauerstoffanstieg am Wundrand zu erwarten ist. Ist das der Fall, kann mit der HBO-Therapie kurzfristig begonnen werden. Ist die Wunde schon sehr weit fortgeschritten und eine Heilung ohne Amputation aussichtslos, kann die HBO-Therapie den Umfang der Amputation stark begrenzen. Amputationen oberhalb des Knöchels, die sogenannten Majoramputationen, können sich dadurch bei
30 % der Patienten vermeiden lassen.

Wie wirkt die HBO-Therapie? Unter Überdruck atmen Sie in der Druckkammer medizinisch reinen Sauerstoff über eine Atemmaske. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff in das Gewebe. Der Sauerstoffgehalt steigt hier um das bis zu 20-fache an. Durch diesen Effekt bilden sich neue Blutgefäße, die Zellen werden aktiviert und vermehren sich. Dies führt zu einer beschleunigten Wundheilung.

Kontraindikationen und Nebenwirkungen: Die HBO-Therapie hat grundsätzlich geringe Nebenwirkungen. Während einer gründlichen Untersuchung stellen wir Ihre persönliche Eignung für die Therapie fest.

Wie lange dauert die Behandlung? Die Behandlung erfolgt so oft wie möglich an aufeinander folgenden Tagen und dauert ca. 2,5 Stunden. Notwendig sind zwischen 20 und 40 Behandlungen bei chronischen Wunden bzw. diabetischem Fußsyndrom.

Besonderheiten: Um eine optimale Wundheilung gewährleisten zu können, arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen, Ihrem Facharzt oder Wundversorger einen entsprechenden Therapieplan aus. Neben der HBO-Therapie wird die Wundversorgung weiterhin durch Ihren Diabetologen oder Ihr Wundzentrum fortgesetzt.

Kostenübernahme: Private Krankenversicherung und Beihilfestellen entscheiden in der Regel nach den individuellen Bedürfnissen ihres Versicherten. Nach aktueller Rechtsprechung müssen gesetzliche Krankenkassen ebenfalls die Kosten übernehmen. Gerne regeln wir die Formalitäten für Sie.

In einem persönlichen Gespräch informieren wir Sie über die Möglichkeiten der HBO-Therapie. Sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin. Rechtzeitig angewandt, kann die HBO-Therapie chirurgische Eingriffe mit weitreichenden Amputationen vermeiden.