HBO-Therapie bei Schmerzsyndromen

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Vor allem in therapieresistenten Fällen und zu lang anhaltender (mehrtägiger) Anfallsdauer kann die Therapie mit HBO Anfälle in kürzester Zeit beenden (max. 30 Min.). Durch die vermehrte Zufuhr von Sauerstoff unter der HBO-Therapie in der Druckkammer wird die Schwellung der Nervenzellen reduziert, Sauerstoff führt zur arteriolären Vasokonstriktion und damit Ausschwemmung der Ödeme mit anschließender Verbesserung der Durchblutung. Der Zellstoffwechsel normalisiert sich. Der akute Anfall wird oft schon nach wenigen Atemzügen O2 unter hyperbaren Bedingungen beendet, die Patienten werden beinahe schlagartig schmerzfrei. (Evidenzklasse 1a - Cochrane)

Eine Minderung der Anfallsfrequenz bis hin zur kompletten Beschwerdefreiheit ist nach den vorliegenden Erfahrungen wahrscheinlich, auch wenn die Rationale dazu aus der Literatur und dem pathophysiologischen Kenntnisstand noch nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist.

Relevante Therapie-Effekte der HBO:

  • die Reduktion der Thrombozytenaggregation mit Verhinderung einer Serotoninausschüttung. Der für die Herabsetzung der Schmerzschwelle verantwortlichen Serotonin-Ausschüttung wird entgegen gewirkt
  • ein vasokonstriktorischer Effekt hebt die durch nachfolgenden Serotoninmangel im Gefäßlumen ausgelöste schmerzhafte Dilatation der Gefäße auf
  • Antagonisierung hypoxischer Reaktionen in der vasokonstriktorischen Phase aufgrund einer bis zu zwanzigfachen Steigerung der Sauerstoffkonzentration im Blut (hyperoxische Vasokonstriktion), Reduktion von Ödemen an der Arterienwand