Tinnitus/Hörsturz
Eine Information für Betroffene
Verfasser:
Dr. med. Hellmuth Sümmerer
Was ist
ein Tinnitus?
Sie hören Geräusche, bei denen eine äußere, objektive Schallquelle fehlt. Selten
gibt es auch Ohrgeräuschformen, bei denen die Schallquelle in Ihrem Körper
verborgen ist. Oft tritt der Tinnitus auch als Folge eines Hörsturzes oder
Schalltraumas auf.
Was ist ein Hörsturz?
Nehmen Sie Ohrgeräusche nicht „auf die leichte Schulter“!
Die größten Heilungsaussichten haben Sie bei einem „frischen“ Tinnitus – also: Schnell zum Arzt!
Gehen Hörsturz oder Tinnitus nicht von alleine weg?
Unser Rat
Plötzlich auftretende Hörminderungen (Hörsturz) und/oder Ohrgeräusche (Tinnitus)
– manchmal kaum bewusst wahrgenommen und zu Beginn oft unterschätzt – sollten
auf keinen Fall ignoriert, sondern schnellstmöglich und umfassend untersucht
sowie ggf. frühzeitig behandelt werden.
Folgende Behandlungsmöglichkeiten in der akuten bzw. subakuten Phase der
Erkrankung gibt es:
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Tabletten
-
Infusionen
-
hyperbare Sauerstofftherapie
„Damit müssen Sie leben“, hören Patienten gelegentlich von ihrem Arzt, der vielleicht der Ansicht ist, gegen einen Tinnitus könne man nichts machen oder mit Tabletten- bzw. Infusionstherapie seien die therapeutischen Möglichkeiten erschöpft.
Die HBO-Therapie ist zumindest dann den Versuch wert, wenn Arzneimittel und Infusionen die Beschwerden nicht oder nicht genügend beeinflussten. Mit der HBO bestehen zusätzliche Behandlungschancen, um spätere chronische Beschwerden Ihres Sinnesorgans Ohr zu verhindern. Allerdings sollte der gesamte Behandlungsprozess nicht zu sehr in die Länge gezogen werden. Die besten Erfolge werden im akuten Stadium erzielt.
Tinnitus – Behandlungsmöglichkeiten
Eine Methode, die den Tinnitus hundertprozentig beseitigt, gibt es leider nicht. Es empfiehlt sich, im Wege einer Stufenbehandlung die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten einzusetzen. Die angegebenen Erfolgsraten entsprechen den persönlichen Erfahrungen des Verfassers.
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| Akutes Stadium (die ersten drei Monate) | |||
Behandlung/Verfahren |
Erfolgsquote |
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Durchblutungsfördernde Arzneimittel |
25 % |
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Infusionen mit Blut
verdünnendem und/ |
40 % |
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Infusionen mit Blut
verdünnendem und/ |
50 % |
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Hyperbare
Sauerstofftherapie (HBO) zur |
über 60 % |
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Kombinationsbehandlung von Infusion und |
85 % und höher |
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| Subakutes Stadium (drei bis zwölf Monate) | |||
Behandlung/Verfahren |
Erfolgsquote |
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Behandlung/Verfahren Erfolgsquote |
5 % |
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Infusionen |
15 % |
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Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) |
25 % |
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| Chronisches Stadium | |||
Behandlung/Verfahren |
Erfolgsquote | ||
Tinnitus-Retraining-Therapie |
je nach Mitarbeit bis 70 % |
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Tinnitus Control Instrument (Noiser) allein |
nicht bekannt | ||
stationäre Rehabilitation |
nicht bekannt |
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Wissenswertes rund um den Tinnitus
Gehörschutz
ist bei lauter Umgebung sinnvoll, ggf. Beratung durch HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker.
Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)
tritt oft gemeinsam mit dem Tinnitus auf. Der Betroffene empfindet manchmal sogar bei alltäglichen Geräuschen Schmerzen in den Ohren.
Hörverlust ausgleichen
Wenn der chronische Tinnitus mit einem dauernden Hörverlust verbunden ist, sollte eine Hörgeräteversorgung erfolgen.
Innenohrschädigung
Den Leidensdruck mindern
Medikamente
Musik und Hausmusik
Spielen Sie nach der Akutphase nach Möglichkeit weiter auf Ihrem Instrument. Ein Konzert, ein Abend im Kino, mal wieder Tanzen gehen ... so lenken Sie sich von „Ihrem“ Tinnitus ab.
Schalldruck
Sprache, Geräusche oder Lärm, die auf unser Gehör treffen, können als Schalldruck gemessen werden. Das physikalische Maß dafür ist dB (Dezibel). Die dB-Skala ist logarithmisch; jeweils 20 dB mehr entsprechen einer Verzehnfachung des Schalldrucks.
Tinnitus ist die Sprache der Seele
Oft unterhalten wir „Baustellen“, d.h. nicht geklärte Konflikte im
beruflichen, familiären oder zwischenmenschlichen Bereich. Wenn Sie sich
über Ihre Bedürfnisse und Wünsche klar werden und diese rechtzeitig
kommunizieren, vermeiden Sie manchen Stress.
Tinnitus als Omen?
Beim akuten Tinnitus wird meistens eine Durchblutungsstörung vermutet,
weshalb eine rasche Vorstellung beim Arzt wichtig ist. Der chronische
Tinnitus ist aber weder Vorbote eines Herzinfarktes noch eines
Schlaganfalles.
Tinnitus: keine Einbildung
Tinnitus ist keine Einbildung und primär auch keine psychische Störung. Häufig hat er eine konkrete Ursache (z.B. Schalltrauma, Ohrentzündung).
Von anderen Betroffenen lernen.
Sie sind bei der HBO immer mit anderen Betroffenen zusammen in der Therapiekammer.
Tinnitus-Selbsthilfeorganisation:
Deutsche Tinnitus-Liga e.V. (DTL)
Am Lohsiepen 18
42369 Wuppertal
Telefon 02 02/2 46 52-0 Fax 02 02/2 46 52-20
Internet: www.tinnitus-liga.de
Auf einen Blick:
Hörsturz-/Tinnitusbehandlung
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Hörsturz mit oder ohne Ohrgeräusche
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Schall- bzw. Knalltrauma des Innenohres
- Tinnitus
Was ist ein Hörsturz? |
Unter einem Hörsturz versteht man die plötzliche, vollständige oder teilweise Hörminderung auf einem Ohr, selten auf beiden Ohren.
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Was ist ein Tinnitus? |
Sie hören Geräusche, bei denen eine äußere, objektive Schallquelle fehlt. Oft tritt der Tinnitus auch als Folge eines Hörsturzes oder Schalltraumas auf.
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HBO in der Innenohrbehandlung: |
In der Nährflüssigkeit der Sinneszellen steigt der Sauerstoffgehalt um das 4- bis 6fache an und versorgt intensiv das gesamte Innenohr und damit auch Bereiche, die von einer Mangelversorgung betroffen sind.
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Einsatz der HBO: |
Rechtzeitiger Behandlungsbeginn nach – aber auch schon während – einer erfolglosen Infusionsbehandlung. Auch subakut (ab 4. Monat nach der Erkrankung) bestehen noch deutliche Heilungs- oder Besserungsaussichten. Die HBO hat einen anderen therapeutischen Ansatz als die Infusionsbehandlung.
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Behandlungserfolg: |
Je früher die HBO eingesetzt wird, desto größer ist die Heilungschance.
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| Behandlungsdauer: | 10 – 15 Behandlungen à 1 3/4 Std. täglich außer sonntags. |
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Behandlungsziel: |
Wiedergewinnung oder Besserung des Hörvermögens, Beseitigung bzw. Reduktion von Ohrgeräuschen (Tinnitus).
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Besonderheiten: |
Parallele Infusionsbehandlung durch den mitbehandelnden Arzt oder durch das Druckkammerzentrum ist möglich. HNO-Untersuchung(en) zur Erfolgskontrolle.
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