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Tauchunfall
Dekompressionskrankheit (DCS/DCI)

Eine Information für Betroffene

Verfasser: Dr. med. Hellmuth Sümmerer

Der Tauchunfall

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Dekompressionskrankheit (DCS: decompression sickness / DCI: decompression illness).

Das Auftauchen vollzieht sich nach festgelegten Regeln, die unter Umständen Stopps in bestimmten Tiefen zur Stickstoffabgabe enthalten (Dekompressionsstopps). Die notwendige Information hierzu erhält der Taucher unter Berücksichtigung der maximalen Tauchtiefe und der Gesamttauchzeit aus Tabellenwerten. Tauchcomputer registrieren und verrechnen diese Daten, ohne jedoch eine absolute Sicherheit zu bieten (z. B. werden von einigen Tauchcomputern Kälte und Anstrengung nicht mit berücksichtigt).

Bei der Hälfte aller Dekompressions-Erkrankungen wurde kein offenkundiger Regelverstoß begangen! Der Grund liegt darin, dass die Austauchregeln statistische Berechnungen sind, die sich auf trainierte Menschen beziehen und individuelle Risikofaktoren (z.B. Übergewicht, Untrainiertheit, Rauchen, Flüssigkeitsmangel) nicht berücksichtigen.

Regel 1

  • Eine Dekompressionserkrankung kann auch ohne Regelverstoß auftreten.

Regel 2

  • Gehen Sie nicht ohne Not an Ihre Grenzen!
  • Vermeiden Sie:
    zu schnelles Auftauchen mit tiefem Einatmen
    unzureichende Ausatmung der expandierenden Luft während des Auftauchens.

Tauchverzicht bei

  • Erkältung oder Schnupfen, auch bei akutem Heuschnupfen
  • grippalem Infekt
  • akuter Bronchitis, Kurzatmigkeit
  • Streß, unzureichende Fitness.

Regel 3

Wenn Krankheitssymptome nach dem Tauchen auftreten, sofort einen Arzt (möglichst mit Kenntnissen in der Tauchmedizin) aufsuchen. Auch später auftretende Beschwerden sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden. Nutzen Sie die Hotlines (DAN oder VDST) oder unser Notdienst-Telefon 0170/20 26 111.

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Symptome der Dekompressionskrankheit

1. DCS1: Milde Symptome (musculo-skelettal)

  • Schwellungen
  • Hautrötung, Juckreiz (Taucherflöhe)
  • Gelenk- und/oder Muskelschmerzen (bends)

2. DCS2: Schwere Symptome (neurologisch, pulmonal):

  • Störungen des zentralen Nervensystems, z. B. Bewegungsstörung, Lähmung (Querschnittslähmung), Innenohrschädigung, Herzrhythmusstörungen, Sehbeeinträchtigung, Atemprobleme.
  • Lungenbarotrauma, z. B. Schmerzen in der Brust, Hustenreiz (chokes), massive Atemnot, Bewusstlosigkeit.

Unmittelbare Notfallmaßnahmen

  • Rettung des Verunfallten aus dem Wasser
  • Sicherstellung/Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen: Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Flache Rückenlagerung bei Ansprechbaren
  • stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosen
  • normobare kontinuierliche Gabe von 100 % Sauerstoff über Maske (z. B. DAN-
    Koffer, Wenollsystem, Dräger Akut) oder Konstantdosierung ≥ 15 l/min. Auch bei
    begrenztem Sauerstoffvorrat höchstmögliche Konzentration!
  • Versorgung durch den Notarzt (vgl. auch Rettungsdienste – Notarzt/Hinweise).

Die nächsten Schritte

  • Was ist (genau) passiert? Bitte protokollieren.
  • Tauchcomputer und/oder Tiefenmesser sichern (kann für die Notfallbehandlung in der Therapiedruckkammer von Bedeutung sein).

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Therapie des Tauchunfalls
(Dekompressionskrankheit – DCS/DCI)

Als erstes kam ein Ingenieur - A. W. Moir - im Jahre 1885 auf die Idee, verunfallte Caisson-Arbeiter (Dekompressionskrankheit) in einer Druckkammer dem zuvor unterworfenen Überdruck erneut auszusetzen und mit Hilfe einer regelgerechten, langsamen Dekompression die Folgen des Druck- (Tauch-)unfalls zu heilen bzw. zu lindern (Rekompressionskammer).

Ergänzt um die Atmung medizinisch reinen Sauerstoffs entstand daraus die moderne hyperbare Sauerstofftherapie. Diese Behandlung ist heute weltweiter Standard bei der Dekompressionskrankheit.

Die Dekompressionskrankheit und das pulmonale Überdrucktrauma mit arterieller Gasembolie bedürfen einer sofortigen Druckkammerbehandlung.

Obwohl Spätbehandlungen noch Besserungen erbringen können, müssen Verzögerungen unter allen Umständen vermieden werden.

Wichtig

  • Möglichst sofort nach dem Tauchunfall eine Druckkammerbehandlung mit Sauerstoff durchführen
  • Auch eine Spätbehandlung ist erfolgreich bei manchen auftretenden Beschwerden.
    Die Druckkammerbehandlung erfolgt solange, bis Genesung eingetreten ist bzw. bis die Beschwerden durch die Therapie nicht mehr beeinflusst werden können.

Senkung der Spätschäden durch HBO

  • Selbst bei milden Symptomen (DCS1) ist eine vollständige Ausheilung ohne Therapie nicht sicher!
  • Ohne HBO-Behandlung können durch Dekompressionserkrankungen folgende Spätschäden entstehen:
    neurologische Störungen z. B. Lähmungen, Gefühlsstörungen, vegetative Beschwerden


    Präsentationen und Downloads zum Thema Tauchen

    Tauchunfälle
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    Behandlung von Tauchunfällen aller Art
    (24 Std. Bereitschaft - 365 Tage/Jahr)

    Risiken beim Tauchsport
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    Behandlung arteriellen Gasembolien
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HBO Druckammerzentrum Traunstein
Cuno-Niggl-Straße 3 (im Klinikum Traunstein) 83278 Traunstein
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