Chronische Wunden, |
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Problemwunden |
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bei Diabetes mellitus und |
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arterieller Verschlusskrankheit |
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Das diabetische Fußsyndrom |
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Eine Information für
Betroffene
Verfasser:
Dr. med. Jens-Peter Weber
Bei ca. 7% aller Diabetiker führen die Störungen der kleinsten Blutgefäße trotz medikamentöser Versorgung zu einer
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blutgefäßbedingter Minderdurchblutung
-
verringerten Sauerstoffversorgung
-
Nervenfunktionsstörung
-
Empfindungs- oder Sensibilitätsstörung
vor allem im Fußbereich. Schon minimale Verletzungen, z.B. eine Schnittwunde
beim Fußnägel schneiden oder ein kleines Druckgeschwür können sich dann zu einer
nicht heilenden, chronischen Wunde entwickeln. 70% der in Deutschland
durchgeführten Amputationen an Fuß oder Bein, die nicht durch Unfälle bedingt
sind, sind Folge solcher chronischen Wunden. Die rechtzeitige Anwendung der HBO
bewirkt eine erhöhte Sauerstoffversorgung und bessere Durchblutung und führt
damit zur Heilung chronischer Wunden, wodurch sich eine anbahnende Amputation
vermeiden oder begrenzen lässt.
Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselstörung, die durch
eine andauernde Erhöhung des Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) entsteht.
Ursache ist ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Insulin (Blutzucker
senkend) und Glukagon, Cortison und anderen (Blutzucker steigernd). Der
chronisch erhöhte Blutzuckerwert führt auf Dauer zu einem Verschluss der
kleinsten Blutgefäße (Mikroangiopathie).
Weitere Risiken der Zuckerkrankheit
Die chronisch erhöhten Blutzuckerwerte führen langfristig zu Störungen der großen und kleinen Blutgefäße in nahezu allen Gefäßregionen mit folgenden Risiken:
- 4- bis 6fach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko
- eine Schlaganfallrate von ca. 10%
- 16% arterielle Durchblutungsstörungen, z.B. der Beine, woraus ein 22fach erhöhtes Amputations-Risiko vor allem im Bereich von Fuß bzw. Unterschenkel folgt
- im Einzelfall Erblindung.
Die Behandlung nicht heilender Wunden
Was macht der Arzt, wenn eine Wunde am Fuß besteht?
Zunächst wird die Wunde durch den Hausarzt oder Chirurgen behandelt und
eventuell werden Antibiotika eingesetzt. Nach der chirurgischen Entfernung von
bereits abgestorbenem Gewebe unterstützen unterschiedliche Wundverbände die
Wundheilung. In besonderen Fällen können spezielle Wachstumsfaktoren die an der
Wundheilung beteiligten Zellen stimulieren. Auch orthopädische Schuhe oder
Gehstützen können zur Druckentlastung notwendig sein.
Was kann die HBO darüber hinaus bewirken?
Bei rechtzeitiger Anwendung bestehen sehr gute Wundheilungschancen. Weitere
Komplikationen bis hin zur Amputation werden verhindert oder verringert.
Rechtzeitige Anwendung heisst, dass das Gewebe nicht bereits vollständig
zerstört, also schwarz geworden ist. Wenn eine Wunde in 30 Tagen nicht heilt,
soll die Behandlung mit der HBO begonnen werden. Ist die Wunde schon so weit
fortgeschritten, dass eine Heilung ohne Amputation aussichtslos erscheint, kann
wenigstens der Umfang der Amputation begrenzt werden (z.B. Vorfuß statt
Unterschenkel).
Bei rechtzeitiger Anwendung bestehen sehr gute Wundheilungschancen. Weitere Komplikationen bis hin zur Amputation werden verhindert oder verringert. Rechtzeitige Anwendung heisst, dass das Gewebe nicht bereits vollständig zerstört, also schwarz geworden ist. Wenn eine Wunde in 30 Tagen nicht heilt, soll die Behandlung mit der HBO begonnen werden. Ist die Wunde schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung ohne Amputation aussichtslos erscheint, kann wenigstens der Umfang der Amputation begrenzt werden (z.B. Vorfuß statt Unterschenkel).
Wie wirkt die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?
Unter Überdruck (= hyperbare Atmosphäre) atmen Patienten medizinisch reinen
Sauerstoff ein (Oxygenation). Dieser wird über die Lunge an das Blut
weitergegeben. In der Therapiekammer wird bis zum 20fachen mehr an Sauerstoff in
der Blutflüssigkeit physikalisch gelöst und durch den Blutkreislauf dem ganzen
Körper (z.B. Haut und Knochen) zugeführt.

Was kann der Patient tun?
Sprechen Sie Ihren Arzt auf die hyperbare Sauerstofftherapie an. Obwohl immer
mehr Ärzte die hyperbare Sauerstofftherapie als zusätzliche Maßnahme und echte
Chance für den Patienten befürworten, kann es sein, dass gerade Ihr Arzt diese
noch nicht kennt.
Zusammen mit Ihrem Arzt arbeitet der HBO-Arzt ein auf Ihre Beschwerden
abgestimmtes Behandlungsprogramm aus. Es entsteht ein „Hand-in-Hand-Arbeiten“
von Ärzten und Patient. Ein Beispiel: Die Basis bei der medikamentösen
Behandlung eines diabetischen Fußes ist die optimale Zuckereinstellung durch
Ihren Arzt. Der Patient achtet auf die Einhaltung seiner Diät. Die HBO sichert
die Wundheilung durch die Anreicherung von Sauerstoff im Gewebe.
Der Patient als wichtig(st)es Glied seines Heilungsprozesses
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Raucher sollten das Rauchen aufgeben
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Spätestens jetzt gilt es, den Ernährungsempfehlungen des Arztes oder der Diät-Assistentin zu folgen
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Senkung eines erhöhten Blutdrucks und Cholesterinspiegels
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Körperliche Bewegung (z.B. Schwimmen, Radfahren, Wandern)
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Viel Flüssigkeit (z.B. Mineralwasser, Tee) aufnehmen, mindestens zwei bis drei Liter täglich; Alkohol (Bier, Wein) und Coffein (Kaffee, Tee, Cola) entziehen dem Körper mehr Flüssigkeit, als getrunken wird und sind deshalb für den Flüssigkeitshaushalt ungünstig
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Penible Nagelpflege, genaue Fußuntersuchungen durch den Patienten selbst oder den betreuenden Arzt, einen Angehörigen oder die Pflegekraft sind wichtig.
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Notwendige Zusammenarbeit zwischen Patient, Arzt und HBO-Arzt:

Die Behandlung einer arteriellen Verschlusskrankheit (AVK).
Schluss mit dem Raucherbein!
Bei der arteriellen Verschlusskrankheit (abgekürzt: AVK) mindern Einengungen an den Blutgefäßwänden den Blutfluss in der Hauptschlagader (Aorta) oder in den die Beine versorgenden Blutgefäßen.
Komplikationen der arteriellen Verschlusskrankheit
Der verminderte Durchmesser der betroffenen Blutgefäße reduziert den Blutfluss
und damit den Sauerstofftransport. Folge ist eine geringere Belastbarkeit, die
zu einer Einschränkung der möglichen Gehstrecke (Schaufensterkrankheit), zu
kalten Füssen, Schmerzen und im Weiteren zu Gewebszerstörungen (Nekrosen) führen
kann.
Was macht der Arzt?
Neben der operativen oder kathetergestützten Gefäßerweiterung werden Medikamente
eingesetzt, die entweder die Blutgerinnung beeinflussen (Acetylsalicylsäure,
Clopidrogel, Heparin) oder einen direkten gefäßerweiternden Effekt (z.B.
Prostaglandin E1) haben.
Was kann die HBO darüber hinaus bewirken?
Nach Beseitigung von Gefäßverengungen in den großen Blutgefäßen wird durch einen
Einsatz der HBO der Prozess der Neubildung von Blutgefäßen in idealer Weise
unterstützt. Die Beine werden besser mit Sauerstoff versorgt. Die unter HBO neu
gebildeten Kapillaren bleiben grundsätzlich erhalten. Schmerzen in den Beinen
verschwinden dauerhaft und die Gehstrecken verlängern sich.
Sicherung der Wundheilung mit Hilfe der HBO
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Der Sauerstoff verbessert die Abwehrfunktion der weißen Blutkörperchen und stärkt die Funktion von bestimmten Enzymsystemen, die eine bakterienabtötende Aufgabe haben.
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Die das Bindegewebe bildenden Zellen (sog. Fibroblasten) haben bei erhöhtem Sauerstoffdruck ihre höchste Aktivität.
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Die bindegewebigen Fasern vernetzen sich ebenfalls am besten unter erhöhtem Sauerstoffgehalt im Wundbereich.
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Neue Blutgefäße können nur bei ausreichend hohem Sauerstoff-Teildruck im Gewebe gebildet werden.
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Durch den Wechsel von Sauerstoffmangel und Sauerstoffüberversorgung wird die Reifung der neugebildeten Bindegewebe und Gefäße beschleunigt.


