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Bestrahlungs-Spätfolgen


Eine Information für Betroffene

Verfasserin:
Dr. med. Claudia Haizmann

Was sind Bestrahlungs-Spätfolgen
und wie kommen sie zustande?

Achten Sie auf mögliche Bestrahlungs-Spätfolgen
Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Spannungsgefühle, aber auch chronische Wunden und Geschwüre können Spätfolgen einer Bestrahlung sein. Der Zeitraum, in dem solche Folgen bemerkt werden, liegt zwischen 30 Tagen und 30 Jahren nach Bestrahlungsbeginn.

Bei Brustkrebs: Spätfolgen treten nicht nur an der Hautoberfläche auf, sondern es entsteht bei ca. 30% der Frauen ein lästiges „Organgefühl“ der Brust. Ohne Therapie kann eine Entzündung zu Gefäßveränderungen führen. Verhärtungen
des Gewebes bis hin zu offenen Wunden und zum Gewebstod sind die Folge.

Bei Unterbauchtumoren: Je nach Bestrahlungsregion und -tiefe kann zum Beispiel auch die Blase (Blasenblutung) oder der Enddarm (Durchfälle, Blutung, Schmerzen) von Strahlen-Spätfolgen betroffen sein.

Bei Tumor im Kopf-/Halsbereich: Haut- oder Schleimhautgeschwüre in der Mundhöhle, im Gesicht oder am Hals sind ebenso Strahlen-Spätfolgen wie nicht heilende Wunden nach dem Ziehen eines Zahnes im bestrahlten Gebiet und auch der trockene Mund bei fehlendem Speichelfluss.

Wie entstehen Bestrahlungs-Spätfolgen?

Bei der Bestrahlung sollen möglichst alle bösartigen Zellen erreicht werden. Daher kann die Strahlentherapie auch noch gesundes, benachbartes Gewebe treffen und eventuell Zellen schädigen. Besonders strahlenempfindlich sind die kleinen Blutgefäße, das Bindegewebe sowie die Darm- und Blasenschleimhaut.
Die Blutgefässe entzünden und verschließen sich häufig nach Bestrahlung. Hierdurch kommt es zu einer Verarmung an Blutkapillaren auf etwa 20–30% der normalen Dichte. Vor allem, wenn das Gewebe zusätzlich verletzt wird (z. B. Entfernung von Zähnen, Nachoperationen, scheuernde Prothese) oder nach einer Infektion führt der entstandene Sauerstoffmangel zu offenen Hautstellen oder nachhaltig geschädigten Geweben. Es entsteht eine chronische Wunde, die nur sehr langsam oder gar nicht abheilen kann – eine Problemwunde. Eine solche Wunde benötigt dringend Sauerstoff zur Regeneration und zum Abbau von Bakterien.

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Was neben der Standardbehandlung getan werden kann

Welche Standardbehandlung gibt es?

Zunächst wird die Wunde durch den Hausarzt oder Chirurgen behandelt, und eventuell werden Antibiotika eingesetzt. Nach der chirurgischen Entfernung von bereits abgestorbenem Gewebe unterstützen unterschiedliche Wundverbände die Wundheilung. In besonderen Fällen können spezielle Wachstumsfaktoren die an der Wundheilung beteiligten Zellen anregen. Außerdem sollte ein Tumor-Rezidiv ausgeschlossen werden.

Was kann zusätzlich getan werden?

Durch die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) wird mehr Sauerstoff, der für die Wundheilung dringend benötigt wird, ins Gewebe transportiert und es entsteht neues Bindegewebe. Neue Blutkapillaren werden mit einer Dichte von bis zu 80% ihrer vorherigen Dichte gebildet. Diese sichern dann langfristig eine gute Durchblutung und ausreichende Sauerstoffversorgung. Damit können selbst chronische Wunden im Bestrahlungsbereich (Hautoberfläche oder im Körperinnern) abheilen. Rötung, Spannungsgefühl sowie Schmerzen verschwinden, die Wunde verschließt sich, Haut und andere betroffene Gewebe regenerieren sich.

Wirkung

Unter Überdruck (= hyperbare Atmosphäre) atmen Patienten medizinisch reinen Sauerstoff ein (Oxygenation). Dieser wird über die Lunge an das Blut weitergegeben. In der Therapiekammer wird bis zum 20fachen mehr an Sauerstoff in der Blutflüssigkeit physikalisch gelöst und durch den Blutkreislauf dem ganzen Körper (z.B. Haut und Knochen) zugeführt.

Was der Patient tun kann

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Begleitende Maßnahmen

Auch andere die Wundheilung beeinflussende Faktoren sollten optimiert werden. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, gegebenenfalls die Einstellung des Blutzuckerspiegels und die Behandlung zusätzlicher Erkrankungen. Wenn Sie Hilfe bei der Körperpflege benötigen, sollte dies in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt organisiert werden.


Der Patient als wichtig(st)es Glied seines Heilungsprozesses

  • Raucher sollten das Rauchen spätestens jetzt aufgeben
  • Senkung eines erhöhten Blutdrucks und Cholesterinspiegels
  • viel Flüssigkeit trinken (z.B. Mineralwasser, Tee), mindestens zwei bis drei Liter täglich – Alkohol (Bier, Wein) und Coffein (Kaffee, Tee, Cola) entziehen dem Körper mehr Flüssigkeit, als getrunken wird und sind deshalb für den Flüssigkeitshaushalt ungünstig
  • eine anspruchsvolle Körperpflege schafft Selbstbewusstsein und Sicherheit im Kontakt mit anderen Menschen.

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